Technik
Flaggen beim Klettern: Außen-, Innen- und Reverse-Flag-Technik
Lerne Außen-, Innen- und Reverse-Flags kennen, wähle den passenden Gegenzug und übe das Flaggen, ohne dich von der Wand wegzudrehen.

Beim Flaggen beim Klettern streckst du ein freies Bein aus, um deinen Körper auszubalancieren, während der andere Fuß auf einem Tritt bleibt. Nutze ein Außen-Flag, wenn dein freies Bein hinter dem Standbein kreuzt, ein Innen-Flag, wenn es davor kreuzt, und ein Reverse-Flag, wenn du einen stärkeren Gegenzug über die Wand brauchst. Halte den flaggenden Fuß frei, bewege dich aus der Hüfte und strecke das Bein nur so weit aus, dass dein Körperschwerpunkt über dem Tritt bleibt.
Übe zunächst niedrig an einer Indoor-Wand mit einer freien, gepolsterten Landefläche. Wenn du die Position nicht kontrollieren kannst, steige ab und bitte eine qualifizierte Trainerin oder einen qualifizierten Trainer, deine Technik zu prüfen.
Was ein Flag tatsächlich bewirkt
Ein Flag ersetzt einen fehlenden Tritt durch Gegengewicht. Dein Standfuß und deine Hände bilden die Auflagepunkte. Mit dem freien Bein verlagerst du deine Masse und verhinderst die Rotation, die sonst eine Hüfte von der Wand wegziehen würde.
Bevor du flaggst, frage dich, in welche Richtung deine Hüfte schwingen möchte. Strecke das freie Bein in die entgegengesetzte Richtung aus. Drücke den freien Fuß nicht auf die Wand. Sobald du den freien Fuß belastest, nutzt du einen weiteren Tritt und flaggst nicht mehr.
| Flag | Weg des freien Beins | Sinnvoll, wenn |
|---|---|---|
| Außen-Flag | Hinter dem Standbein | Du auf der offenen Seite einen einfachen Gegenzug brauchst |
| Innen-Flag | Vor dem Standbein | Das Kreuzen vor dem Körper deine Hüfte näher an den nächsten Griff bringt |
| Reverse-Flag | Weit über den Körper hinweg, meist hinter dem Körper | Eine weite Bewegung einen stärkeren Rotationszug erzeugt |
Außen-Flag
Stelle dich auf den Tritt, der deiner Bewegungsrichtung am nächsten liegt. Strecke das andere Bein hinter dem Standbein aus und richte die Zehenspitze in den freien Raum. Halte dein Standknie leicht gebeugt und bringe deine Hüfte über diesen Fuß, bevor du greifst.
Wenn dein flaggendes Bein schwingt, sobald du die Hand bewegst, setze das Flag früher. Wenn du dein Standknie verdrehst, kreuze weniger stark und drehe stattdessen die Hüfte, anstatt den Fuß zu erzwingen.
Innen-Flag
Führe das freie Bein vor dem Standbein vorbei. Diese Variante hilft dir, wenn die freie Hüfte nahe an der Wand bleiben soll oder ein Außen-Flag mit einem Volumen kollidieren würde.
Bewege dich langsam, weil sich die gekreuzte Position eng anfühlen kann. Halte deinen Standfuß aktiv und achte darauf, dass dein Knie in Richtung deiner Zehen zeigt. Ändere die Lösung, wenn sich deine Beine verheddern oder du nicht sauber absteigen kannst.
Reverse-Flag
Beim Reverse-Flag streckst du dein Bein weiter über den Körper hinweg aus, um ein starkes Aufklappen zur Seite zu bremsen. Diese Technik kommt häufig bei einem weiten Zug vor, wenn beide Hände und ein Fuß auf derselben Körperseite liegen.
Beginne mit einem kleinen Flag. Strecke das Bein erst weiter aus, wenn dich die Bewegung weiterhin von der Wand wegdreht. Eine auffällige Beinlinie ist nicht das Ziel. Entscheidend sind eine stabile Hüfte und eine kontrollierte Handbewegung.
Vier Fehler, die du korrigieren solltest
Du setzt das Bein zu spät ein. Setze das Flag, bevor du die belastete Hand entlastest.
Du drückst den freien Fuß gegen die Wand. Lass ihn schweben. Nutze seine Masse statt Reibung.
Du streckst das Standbein komplett durch. Halte genug Beugung, damit du deine Hüfte über dem Fuß ausrichten kannst.
Du hältst das Flag nach dem Zug. Sobald der neue Griff dich stabilisiert, bringst du den freien Fuß zu seiner nächsten Aufgabe.
Übe an leichten Strukturen
Wähle eine niedrige Traverse mit großen Griffen. Klettere sie dreimal und nutze dabei nur Außen-Flags. Wiederhole die Übung mit Innen-Flags, wenn die Wandform das zulässt. Halte in der letzten Runde vor jedem Zug kurz inne und benenne die Richtung, in die deine Hüfte schwingen würde.
Nimm dich von hinten und leicht seitlich außerhalb des Sturzbereichs auf. Prüfe anschließend, ob dein freier Fuß schwebte, ob dein Standknie sauber der Fußrichtung folgte und ob sich deine Hüfte vor deiner Hand bewegte.